Experten-Anhörung zum DDR Aufnahme- und Durchgangsheim Alt-Stralau am 30.06.2014

Am 30.6.2014 fand in der Jugendeinrichtung "alte feuerwache" in der Marchlewskistr. 6 in Friedrichshain eine Expertenanhörung zum DDR Aufnahme- und Durchgangsheim Alt-Stralau statt.

Zu Gast waren u.a.:

- die Betroffenen:

o Rainer Buchwald, ehemaliger Insasse

o Clemens Lindenau, ehemaliger Insasse

o Anja Röhl, Autorin und Dozentin

- ehemaliger Erzieher:

o Rüdiger Chladek

- die Heimerziehungsexperten in Ost und West:

o Robert Hall, Jugendnothilfe Kontakt- und Beratungsstelle

o Detlef Krenz, Publizist und Mitarbeiter des FHXB Museums

o Ulrike Poppe, Brandenburger Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur

o Dr. Christian Sachse, Politikwissenschaftler und Theologe

o Ingo Skoneczny, Vorsitzender des Fachbeirats zur Begleitung der Anlauf- und Beratungsstelle für den Entschädigungsfonds für die ehemaligen Heimkinder in Berlin

- der Antragsteller

Timur Husein, Bezirksverordneter der CDU-Fraktion

Auslöser dieser Expertenanhörung war der Antrag des CDU-Bezirksverordneten Timur Husein (Drucksache - DS/0585/IV) in der die CDU-Fraktion fordert, vor oder am Gebäude der Thalia-Grundschule, Alt-Stralau 34 in Friedrichshain eine Gedenktafel anzubringen, die an das ehemalige DDR Aufnahme- und Durchgangsheim für Jugendliche und Kinder an diesem Ort erinnert.

Denn in diesem Gebäude war von 1952 bis 1989 das  Aufnahme- und Durchgangsheim Alt-Stralau untergebracht. Es war Teil des Erziehungssystems in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Isolationszellen, Essenentzug, Prügel, militärischer Drill und Zwangsarbeit gehörten zum Alltag im Durchgangsheim. Betroffen davon waren Jugendliche und Kinder, die sich dem Menschenbild der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands - des SED-Staates - nicht anpassen konnten oder wollten. Allein zwischen 1980 und 1983 waren das laut einer Statistik des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) 5.823 Jugendliche und Kinder.


Ob diese Forderung umgesetzt wird, bleibt abzuwarten. Denn es gab bei der Diskussion zwei Positionen:

1. Ansicht: Alle Heimkinder (Ost und West) sind Opfer, so dass an alle gedacht werden muss. Diese Ansicht wurde vor allem von den Linken unterstützt.

2. Ansicht: Alt-Stralau ist ein politisches Heim gewesen, so dass Bezug auf die DDR genommen werden muss. Diese Ansicht wird von der CDU und den Anwohnern vertreten.

Die Diskussion geht jetzt weiter in der Gedenktafelkommission und dann weiter im Kulturausschuss der BVV und dann gibt es eine Entscheidung in der BVV selber.

Wir halten Sie auf dem Laufenden.

 

Autor: Timur Husein


Am 30.6.2014 fand in der Jugendeinrichtung "alte feuerwache" in der Marchlewskistr. 6 in Friedrichshain eine Expertenanhörung zum DDR Aufnahme- und Durchgangsheim Alt-Stralau statt.

Zu Gast waren u.a.:

- die Betroffenen:

o Rainer Buchwald, ehemaliger Insasse

o Clemens Lindenau, ehemaliger Insasse

o Anja Röhl, Autorin und Dozentin

- ehemaliger Erzieher:

o Rüdiger Chladek

- die Heimerziehungsexperten in Ost und West:

o Robert Hall, Jugendnothilfe Kontakt- und Beratungsstelle

o Detlef Krenz, Publizist und Mitarbeiter des FHXB Museums

o Ulrike Poppe, Brandenburger Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur

o Dr. Christian Sachse, Politikwissenschaftler und Theologe

o Ingo Skoneczny, Vorsitzender des Fachbeirats zur Begleitung der Anlauf- und Beratungsstelle für den Entschädigungsfonds für die ehemaligen Heimkinder in Berlin

- der Antragsteller

Timur Husein, Bezirksverordneter der CDU-Fraktion

Auslöser dieser Expertenanhörung war der Antrag des CDU-Bezirksverordneten Timur Husein (Drucksache - DS/0585/IV) in der die CDU-Fraktion fordert, vor oder am Gebäude der Thalia-Grundschule, Alt-Stralau 34 in Friedrichshain eine Gedenktafel anzubringen, die an das ehemalige DDR Aufnahme- und Durchgangsheim für Jugendliche und Kinder an diesem Ort erinnert.

Denn in diesem Gebäude war von 1952 bis 1989 das  Aufnahme- und Durchgangsheim Alt-Stralau untergebracht. Es war Teil des Erziehungssystems in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Isolationszellen, Essenentzug, Prügel, militärischer Drill und Zwangsarbeit gehörten zum Alltag im Durchgangsheim. Betroffen davon waren Jugendliche und Kinder, die sich dem Menschenbild der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands - des SED-Staates - nicht anpassen konnten oder wollten. Allein zwischen 1980 und 1983 waren das laut einer Statistik des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) 5.823 Jugendliche und Kinder.


Ob diese Forderung umgesetzt wird, bleibt abzuwarten. Denn es gab bei der Diskussion zwei Positionen:

1. Ansicht: Alle Heimkinder (Ost und West) sind Opfer, so dass an alle gedacht werden muss. Diese Ansicht wurde vor allem von den Linken unterstützt.

2. Ansicht: Alt-Stralau ist ein politisches Heim gewesen, so dass Bezug auf die DDR genommen werden muss. Diese Ansicht wird von der CDU und den Anwohnern vertreten. 

Die Diskussion geht jetzt weiter in der Gedenktafelkommission und dann weiter im Kulturausschuss der BVV und dann gibt es eine Entscheidung in der BVV selber.

Wir halten Sie auf dem Laufenden.

 

Autor: Timur Husein


Inhaltsverzeichnis
Nach oben